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Castello-di-Andraz
Photo by Roberto Casanova
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Castello-di-Andraz
Photo by Roberto Casanova

Die Burg Andraz und die Eisenstraße

Jenseits des Falzarego Passes liegt die Burg Andraz, eine der ältesten Burgen der Dolomiten.

1027 über einer Steinlawine erbaut, war es ein Verteidigungsstützpunkt für die Gießereien und die Eisenstraße, auf der das in den Minen des Monte Pore gewonnene Eisen transportiert wurde.

Das Rohmaterial wurde in den angrenzenden Tälern einer ersten Bearbeitung unterzogen.

Die Qualität des Eisens war so hervorragend, dass man es nach ganz Europa exportierte und sehr kostbare Schwerter daraus produzierte.

Der Philosoph Nikolaus von Cues lebte hier viele Jahre als sein Leben bedroht war, geschützt von den Zinnen der Mauern und der Abgeschiedenheit der Berge.

Seit kurzem restauriert und mit den modernsten Methoden verschönert, bildet es mit der sie umgebenen Landschaft eine außergewöhnliche Einheit und bereichert diese durch die Atmosphäre einer längst vergangenen Zeit.

Nikolaus von Kues

Nikolaus Krebs (latinisiert Nicola Cusano) wurde 1401 in Cuez geboren, einer kleinen Stadt in der Nähe von Treviri. Er wurde als eine der gebildetsten Persönlichkeiten seiner Zeit erachtet und war ein unermüdlicher Reformator der Moral und Sitten. Innerhalb der Kirche war er sehr aktiv, er wurde sogar als Kopf einer Delegation die vorhatte die Ost- und die Westkirchen zu vereinigen, nach Konstantinopel eingeladen. 1450 wurde er zum Bischof von Brixen ernannt, aber aus Angst vergiftet zu werden, zog er sich in die Mauern von Andraz zurück. Seine zahlreichen Feinde intrigierten hinter seinem Rücken. Alle voran der Fürst von Tirol Sigismund von Österreich, der nicht nur den Bischof-Graf aus seinem Land entfernen wollte, sondern auch Förderer von Verena Stauben, Fürstin von Sonnenberg war. Als Gegenspieler des Bischofs in den Angelegenheiten der feudalen Rechte, war er gegen jede Reform der klösterlichen Bräuche. Der Bischof geriet auch mit dem Konvent von Neustift in Konflikt, die sich rühmten, seit dem Schenkungsakt von Friedrich Barbarossa 1177, die Besitzer der Eisenminen zu sein. Nach dem Rückzug hinter die Mauern von Andraz verfolgte er von 1454 bis 1460 unermüdlich sein Werk zur Reformierung und Förderung der Rechte der Kirche.

Neben Philosoph, Humanist, Astrologe war Nikolaus Cusano auch der Erfinder des Spieles "De ludo globi", das Spiel "des Lebens". In diesem Spiel bewegt sich eine Kugel unkontrollierbar zwischen geregelten Welten und dem Chaos, was aus der Symbolik der Epoche um 1500 in all ihrer Widersprüchlichkeit herrührt: Demut und Überheblichkeit, Kultur und Barbarei, ein neues Weltbild des Menschen, Hexerei und Antisemitismus.

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Photo by Roberto Casanova